WB HOFGARTENCAFE

Situation und Konzept

Durch den ehemaligen Bestand des historischen
Hofgartencafés definiert sich eine Ost-West-Achse
an dessen ursprünglicher Position, die als Richtschnur
für den neu gesetzten Baukörper dient. Dieser wird
ostseitig an die Hofgartenmauer herangerückt,
wodurch der ursprüngliche Gastgartenbereich
wieder freigespielt wird und den Übergang zum
historischen Hofgarten bildet. Die beiden Zugänge,
Ost vom MCI und West vom Hofgarten, spannen die
Hauptachse des Gebäudes auf. Mit einem weiteren
Zugang südlich vom Hofgarten aus entsteht ein
Kreuzungspunkt, der den Haupteingang zum Café
beschreibt. Die Nebenräume, Sanitärbereiche und
Lager befinden sich nördlich und östlich und bilden
eine Spange zur Hofgartenmauer. Richtung Westen
erstreckt sich der Gastraum mit nach drei Seiten zum
Hofgarten geöffneter Fassade. Zentral positioniert ist
der Servicebereich mit Bar, wodurch kurze Wege für
Personal und Gäste entstehen.
Südlich an den Gastraum schließt die überdachte
Terrasse an, die in den Mittagsstunden die Sonne
einfängt und den Blick in den Hofgarten ermöglicht.
Barrierefrei erreicht man über eine Rampe in
westlicher Richtung den etwas tiefer gelegenen
Gastgarten.
Der Baukörper mit seinem geschlossenen Volumen an
der östlichen Gartenmauer öffnet sich zum Hofgarten
hin. Dieses Öffnen wird durch die ansteigende
Deckenuntersicht im Innenraum und auf der Terrasse
sowie die erhöhte Lage des Gebäudes verstärkt und
gibt den Blick auf die Baumkronen des Hofgartens
frei.
Durch die Terrassierung des Außenraums und
die Definition von Oberflächen entstehen in
Zusammenspiel mit raumbildenden Sonnenschirmen
Zonen mit unterschiedlichen Atmosphären und
gleichzeitig Bereiche, die im Sinne des betrieblichen
Konzepts den Gastraum flexibel erweitern.

Gestaltung und Materialität

Die erhöhte Position des Cafés gegenüber dem
Niveau des Hofgartens hebt den solitären Charakter
des Baukörpers hervor. Es entsteht eine Veranda,
von der aus die Umgebung überblickt werden
kann. Das ausladende Dach, das mit dem östlichen
Gebäudeteil eine geschlossene Klammer bildet,
rahmt diesen Blick und schafft einen Raum, der den
Fokus in Richtung des Hofgartens lenkt.
Natürlich geölte Holzoberflächen beherrschen den
Gastraum und die Terrassen. Ergänzt durch textile
Implantate wie Polsterungen und Vorhänge entsteht
ein Raum mit weicher Akustik und angenehmer
Haptik.
An der Fassade findet sich Holz sowohl als
konstruktives Element als auch als Verkleidung wieder
und wird durch Glasflächen großzügig aufgelöst. Der
spiegelnde Effekt der raumhohen Gläser setzt sich in
der Fassade der Nebenräume fort, wodurch ihnen
die Körperhaftigkeit genommen wird.

Außenraum und Landschaft

Der Hofgarten in seiner jetzigen Form als englischer
Landschaftsgarten ist geprägt von zonierten
Landschaftsgruppen, die durch frei verlaufende
Wege strukturiert sind. Die charakteristischen
Baumsolitäre und kleinen Baumgruppen finden sich
verstreut auf definierten Rasenflächen. Einzelne
„Attraktionen“ ergänzen das Repertoire an
Gestaltungselementen.
In diesem Kontext positioniert sich der neue
Gastgarten als klar abgegrenztes Element zur
übrigen Gartenanlage. Diese Trennung wird durch
die Fortführung der Gebäudekonturen in Form eines
offenen Geländers abgebildet. Die umgebenden
Flächen werden geräumt und nehmen die
Charakteristik des historischen Gartens auf, indem
die vorhandenen Baumbestände freigespielt werden
und durchgängige Rasenflächen einen freien Blick in
die Tiefe des Hofgartens ermöglichen.